Konferenz zu Ökonomie und Nachhaltigkeit, 14. - 16. Nov. 2014, Universität Göttingen

"Wirtschaftswachstum und Nachhaltigkeit - wie passt das zusammen?" | Konferenz in Kooperation mit der Universität Göttingen, 14. - 16. November 2014 | Programm | Bilder | Berichte unter: www.uni-goettingen.de/nachhaltigkeit

Energiestudie - Hintergrundpapier der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler (VDW) e.V.

Ambitionierte Ziele - untaugliche Mittel. Deutsche Energiepolitik am Scheideweg


Zusammenfassung

1. Das Energiekonzept der Bundesregierung: Nur Ankündigungspolitik?
Die Erreichbarkeit der Ziele des Energiekonzepts der Bundesregierung von September 2010 ist der Kern der energiepolitischen Kontroversen in Deutschland. Die Ziele sind:

• absolut sinkender Primärenergieverbrauch um 20% bis 2020 bzw. um 50% bis 2050 (Basisjahr 2008)
• Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch von 60% im Jahr 2050
• 55% weniger CO2-Emissionen im Jahr 2030; bis 2050 eine Reduktion von 80 - 95% (relativ zum Basisjahr 1990),
• steigender Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien von 35% im Jahr 2020 auf 80% im Jahr 2050
• Rückgang des Stromverbrauchs um 10% bis 2020 und um 25% bis 2050 (jeweils bezogen auf das Basisjahr 2008)
• Senkung des Energieverbrauchs im Verkehrsbereich bis zum Jahr 2020 um 10%, bis 2050 um 40% (Basisjahr 2005) und
• Steigerung der energetischen Gebäudemodernisierung von 1% auf 2% pro Jahr.

Diese weltweit wohl ambitioniertesten Ziele sind durch viele Szenarien gut fundiert und hätten der Ausgangspunkt einer konsensualen Umsetzungsstrategie werden können. Nach Prüfung der von der Bundesregierung geplanten Maßnahmen sind jedoch erhebliche Zweifel angebracht, ob die Ziele des Energiekonzepts mit den Maßnahmen realisierbar sind.
Dies betrifft vor allem die Änderung des Atomgesetzes von 2002 und die beschlossenen Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke um durchschnittlich (mehr als) 12 Jahre. Die Bundesregierung rechtfertigt diesen Schritt, indem sie Atomkraft als „Brückentechnologie“ für ein vollständig erneuerbares Energiesystem darstellt. Tatsache ist jedoch:

• Eine wissenschaftliche Begründung für dieses „Brückenkonzept“ lässt sich - weder in technischer noch wirtschaftlicher Hinsicht - aus den vorliegenden Szenarien ableiten.
• Länge und Modalitäten der Laufzeitverlängerung sind vielmehr Ergebnis eines „politischen Deals“ zwischen Betreibern und Bundesregierung.
• Die Stromkonzerne können ihre marktbeherrschende Stellung zum Schaden von kommunalen und dezentralen Betreibern ausbauen.
• Die ökologische Modernisierung des Kraftwerkparks und der Strukturwandel zu mehr Dezentralität und mehr Energieeffizienz werden verzögert, der Ausbau der erneuerbaren Energien wird erheblich gehemmt.
• Die teilweise Abschöpfung der Zusatzgewinne der AKW-Betreiber kann die Widersprüche zwischen Zielen und Laufzeitverlängerung nicht aufheben.

Fortsetzung der Zusammenfassung im: [Pdf-Dokument]

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